Markt in Joyeuse in der Ardèche
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REGION · KASTANIENZEIT

Der Baum, der alle satt gemacht hat.
Kastanienzeit in der Ardèche.

Von Oktober an riecht es in den Dörfern nach gerösteten Kastanien. Was heute ein Fest ist, war jahrhundertelang die Grundlage des Überlebens: Auf diesen kargen Hängen wuchs kein Getreide, aber Kastanien. Man nannte den Baum den Brotbaum.

Warum die Kastanie hier alles war

Die Terrassen, die überall in den Hängen stehen, sind nicht für Wein gebaut worden, sondern für Kastanienbäume. Aus dem Mehl wurde Brot, aus den Früchten Suppe, aus dem Holz Balken und Fassdauben. Wer hier ein altes Haus betritt — unsere beiden eingeschlossen —, steht mit hoher Wahrscheinlichkeit unter Kastanienholz.

Seit 2006 ist die Châtaigne d’Ardèche eine geschützte Ursprungsbezeichnung, eine AOP. Im Jahr 2026 wird dieser Schutz zwanzig Jahre alt, und genau das ist das Thema der diesjährigen Feste.

Terrassierte Hänge in der Ardèche

Die Castagnades

Elf Dörfer im Regionalen Naturpark Monts d’Ardèche feiern nacheinander, jedes an seinem eigenen Wochenende. Für uns ist Joyeuse das nächstgelegene — zehn Kilometer, keine halbe Stunde.

Termine 2026

  • 10. Okt – 8. NovCastagnades in elf Dörfern des Naturparks, 27. Ausgabe
  • 17. und 18. OktJoyeuse — Erzeugermarkt mit 40 bis 50 Ständen in der Altstadt
  • ganzjährigCastanea in Joyeuse, das Museum zur Kastanie der Ardèche

Der Kalender des kommenden Jahres erscheint im Spätsommer auf castagnades.fr.

Was auf einer Castagnade passiert

  • Erzeugermarkt: Mehl, Crème de marrons, Honig, Käse, Wein — direkt von denen, die es gemacht haben
  • Geröstete Kastanien aus der durchlöcherten Pfanne, meist über offenem Feuer auf dem Platz
  • Geführte Gänge durch die Kastanienhaine, oft mit einem Erzeuger
  • Vorführungen zum Pfropfen — die Kunst, mit der alte Sorten weiterleben
  • Kochwettbewerbe und Musik in den Gassen

Der Herbst ist hier die schönste Zeit

25 bis 30 Grad

im September und oft bis Mitte Oktober — Wandern, ohne vor der Mittagshitze zu fliehen

Warme Flüsse

die Ardèche und die Beaume geben die Sommerwärme langsam ab; baden geht meist noch

Leere Wege

die Schlucht gehört im Oktober wieder denen, die dort wohnen

Goldenes Licht

die Kastanienhaine färben sich, und die Abende werden lang und ruhig

Abendlicht über dem Tal bei Sanilhac

Darf man selbst sammeln?

Fast alle Kastanienhaine hier gehören jemandem, auch wenn kein Zaun darum steht und der Boden voller Früchte liegt. Die Ernte ist für viele Familien ein Teil des Einkommens. Wer sammeln möchte, fragt vorher — im Zweifel im Dorf oder bei uns, wir kennen die Nachbarn. Am Marktstand kostet ein Kilo ohnehin weniger als der Ärger.

Im Oktober ist es hier am schönsten

Und am ruhigsten: Die Kastanienwochen sind die Zeit, in der bei uns am ehesten noch etwas frei ist. Wer im Herbst kommt, sieht die Gegend so, wie sie ohne Sommergäste ist.

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