Tropfsteinformationen in einer Höhle der Ardèche
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REGION · HÖHLEN

Unter der Garrigue
ist die Ardèche hohl.

Der Kalkstein, durch den sich die Schlucht gegraben hat, ist auch von innen ausgehöhlt: Das Wasser hat unter dem trockenen Hochland ein Netz aus Gängen, Hallen und Schächten hinterlassen. Vier davon kann man besichtigen, und sie sind erstaunlich verschieden.

Warum es hier so viele gibt

Kalkstein löst sich in Wasser — langsam, über Hunderttausende von Jahren. Was oben als Regen versickert, arbeitet unten weiter und hinterlässt Hohlräume. Wo die Decke einbricht, entsteht ein Schacht, hier „Aven" genannt; deshalb heißen zwei der vier so.

Das erklärt auch, warum das Hochland über der Schlucht so trocken wirkt: Das Wasser ist da, es läuft nur unsichtbar, ein paar Dutzend Meter tiefer.

Kalksteinfelsen über dem Fluss

Die vier

Aven d’Orgnac

Grand Site de France

Die größte und die mit dem Rang: ausgezeichnet als Grand Site de France. Der Rundgang misst gut achthundert Meter durch mehrere Hallen; zurück geht es mit dem Aufzug, die Treppe daneben hätte rund siebenhundert Stufen. Angeschlossen ist die Cité de la Préhistoire, ein eigenes Museum — das macht Orgnac zum Tagesausflug, nicht zum Zwischenstopp.

Grotte de la Madeleine

Mit Blick in die Schlucht

Liegt an der Panoramastraße über den Gorges. Feine, filigrane Tropfsteine drinnen — und draußen einer der besten Ausblicke in die Schlucht. Wer ohnehin die Panoramastraße fährt, hat hier den natürlichen Halt.

Aven Marzal

Für Kinder

Neben der Höhle ein Museum zur Geschichte der Höhlenforschung — alte Ausrüstung, Seile, Lampen — und ein Wald mit Dinosaurierfiguren. Das klingt nach Kirmes und ist es teilweise auch, rettet aber den Nachmittag mit Kindern, die von Tropfsteinen allein nicht satt werden.

Grotte de Saint-Marcel

Das große Netz

Gehört zu den ausgedehntesten unterirdischen Systemen Europas; besichtigt wird nur ein kleiner Teil davon. Berühmt sind die Gours — treppenartige Becken aus Kalk, die das Wasser über Jahrtausende gebaut hat.

Und die berühmteste ist gar keine Höhle

Die Grotte Chauvet mit ihren 36.000 Jahre alten Malereien ist für Besucher geschlossen und wird es bleiben — Atem und Licht würden zerstören, was der Verschluss bewahrt hat. Was man besichtigt, ist Chauvet 2: ein Nachbau, der größte der Welt. Eine Ausstellung also, kein Höhlengang. Beeindruckend, aber etwas anderes als die vier oben.

Was man vorher wissen sollte

  • Es ist kalt: Zwölf bis vierzehn Grad, das ganze Jahr. Im August ist das der Unterschied zwischen Wohltat und Zähneklappern — nehmt eine Jacke mit, auch wenn es draußen sechsunddreißig hat
  • Feste Schuhe: Die Wege sind feucht und stellenweise glatt
  • Führungen dauern rund eine Stunde und starten zu festen Zeiten — im Juli und August besser vorher reservieren
  • Treppen und Stufen gibt es überall, nicht jede Höhle ist für schlechte Knie geeignet
  • Hunde dürfen in der Regel nicht mit hinein. Fragt vorher an, und plant den Höhlentag nicht an einem sehr heißen Tag ein, an dem der Hund im Auto bliebe
  • Der beste Höhlentag ist ein Regentag — dann sind alle anderen auch dort, aber draußen wäre es ohnehin nichts

Alle vier an einem Tag geht nicht

Und muss auch nicht. Wer eine Woche bleibt, nimmt sich eine Höhle vor, einen Kanutag, zwei Dörfer und einen Markt — und hat immer noch Zeit auf der Terrasse. Unsere beiden Häuser liegen mitten in diesem Umkreis.

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